Female Leadership in Tech: Warum der Mensch und seine Kompetenzen im Mittelpunkt stehen sollten

Ein Abend über Führung, Rollenbilder und die Zukunft von Tech

Wie gelingt Führung in einer Branche, die nach wie vor stark männlich geprägt ist? Was muss sich verändern, damit technische Berufe für mehr Frauen attraktiv werden? Und welche Rolle spielen dabei Unternehmen, Führungskräfte – aber auch das eigene Mindset?

Genau diesen Fragen widmete sich am 3. September 2026 «Connect 2026», der Sommerevent der Women & Friends in Tech von IAMCP Switzerland.

Ein gelungener Anlass mit spannenden Impulsen, unterschiedlichen Perspektiven und einer Botschaft, die sich durch den ganzen Abend zog: Am Ende sollte nicht das Geschlecht im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch, seine Kompetenzen und sein Potenzial.

Women & Friends in Tech: Vernetzen, stärken und Perspektiven schaffen

Women & Friends in Tech, kurz WIT, ist eine Initiative von IAMCP Switzerland. Ihre Mission ist es unter anderem, Frauen im Microsoft-Ökosystem miteinander zu vernetzen, sie bei ihren beruflichen und persönlichen Zielen zu unterstützen und mehr Frauen für Karrieren in der Informationstechnologie zu gewinnen und langfristig in der Branche zu halten.

Dabei geht es bewusst nicht nur um Frauen. Bereits der Name Women & Friends in Tech macht deutlich, dass Veränderung nur gemeinsam gelingen kann.

WIT versteht Diversität als wichtigen Faktor für unterschiedliche und kreative Lösungsansätze. Gleichzeitig stehen Zusammenarbeit, gegenseitiges Lernen sowie ein offenes, vertrauensvolles und integratives Umfeld im Zentrum der Initiative.

Genau diese Haltung war auch beim «Connect 2026» spürbar.

Der Mensch vor dem Geschlecht

Den Auftakt des inhaltlichen Programms machte Ylenia Sieber von Epic Fusion mit einer spannenden Keynote.

Ylenia Sieber bei ihrer Eröffnungs-Keynote.

Eine ihrer zentralen Botschaften: Wenn wir über Leadership und Karriere sprechen, sollten wir stärker auf den Menschen und seine Fähigkeiten schauen – und weniger darauf, welches Geschlecht diese Person hat.

Ein Gedanke, der zunächst selbstverständlich klingt, in der Praxis aber noch längst nicht überall Realität ist.

Denn gerade in technischen Berufen und Führungspositionen wirken vielerorts noch traditionelle Rollenbilder, gewachsene Strukturen und Erwartungen, die beeinflussen, wer sich für bestimmte Karrierewege entscheidet – und wer sich überhaupt angesprochen fühlt.

Vier Frauen, unterschiedliche Perspektiven

Im anschliessenden Panel-Talk wurde das Thema gemeinsam mit vier erfahrenen Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Tech-Branche vertieft.

Rea Böhm ist General Manager des Digital Hubs von isolutions in Barcelona und bringt internationale Führungs- und Projekterfahrung mit. Sie bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Technologie, Organisation und internationaler Zusammenarbeit.

Fabienne Lorenz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Leadership, Training & Development und Organisationsentwicklung. Ihr Fokus liegt darauf, Menschen und Organisationen zukunftsfähig zu machen, Führungskulturen weiterzuentwickeln und Veränderung nachhaltig zu begleiten.

Ylenia Sieber ist Head of Marketing & Communication bei Epic Fusion und verfügt über langjährige Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Markenführung innerhalb der Technologiebranche.

Monika Borowinska ist Manager of Customer Success Account Managers für Enterprise-Kunden bei Microsoft Schweiz. Seit über 13 Jahren ist sie bei Microsoft tätig und verfügt über umfassende Erfahrung in Sales, Customer Success, Leadership und digitaler Transformation.

Von links nach rechts: Rea Böhm, Ylenia Sieber, Monika Borowinska, Fabienne Lorenz, Madlaina Bernegger (Host)

Gerade die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe machten den Austausch spannend. Statt einer einzigen Antwort auf die Frage nach Female Leadership gab es verschiedene Erfahrungen, Sichtweisen und Ansätze.

Was muss sich verändern?

Eine der zentralen Fragen des Abends war:

Was muss sich ändern, damit IT und technische Berufe für mehr Frauen attraktiv werden?

Die Diskussion zeigte: Es braucht Veränderungen auf mehreren Ebenen.

Einerseits müssen sich Strukturen und Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Dazu gehören beispielsweise flexiblere Arbeitszeitmodelle, unterschiedliche Karrierewege und Arbeitsmodelle, die verschiedene Lebenssituationen berücksichtigen. Unternehmen müssen attraktive Rahmenbedingungen schaffen, damit Menschen ihre Kompetenzen langfristig einbringen und weiterentwickeln können.

Gleichzeitig müssen wir uns von alten Rollenbildern lösen. Technische Kompetenz, Führungsfähigkeit oder Karriereambitionen sind keine Frage des Geschlechts.

Andererseits wurde im Panel auch die persönliche Seite angesprochen. Veränderung braucht nicht nur neue Systeme, sondern teilweise auch ein verändertes Mindset. Dazu gehört beispielsweise der Mut, Chancen wahrzunehmen, Verantwortung einzufordern oder sich für eine Position zu bewerben, auch wenn nicht jedes einzelne Anforderungskriterium erfüllt scheint.

Damit wird deutlich: Es geht nicht um entweder System oder Individuum. Nachhaltige Veränderung braucht beides.

Eine Haltung, die zu unseren Werten passt

Auch bei Online beschäftigen uns diese Themen.

Als Technologieunternehmen bewegen wir uns in einem Umfeld, das von Veränderung geprägt ist. AI, neue Technologien und neue Formen der Zusammenarbeit verändern Prozesse, Geschäftsmodelle und ganze Berufsbilder.

Für uns gehört deshalb zu Fortschritt mehr als technologische Innovation.

Unsere Werte People, Growth, Responsibility und Impact bringen zum Ausdruck, wie wir Zusammenarbeit verstehen: Menschen sollen ihre Stärken einbringen, Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und gemeinsam Wirkung erzielen können.

Gerade People bedeutet für uns dabei, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen machen Teams stärker und helfen uns dabei, bessere Lösungen zu entwickeln.

Mehr Vielfalt braucht passende Rahmenbedingungen

Wenn wir mehr Frauen für Technologie und Führungspositionen gewinnen wollen, reicht es deshalb nicht, lediglich darüber zu sprechen.

Es braucht konkrete Rahmenbedingungen.

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Teilzeitmodelle und unterschiedliche Möglichkeiten, Karriere zu gestalten, können dazu beitragen, Beruf und verschiedene Lebensphasen besser miteinander zu verbinden.

Genauso wichtig sind Entwicklungsmöglichkeiten, Vertrauen und eine Unternehmenskultur, in der Menschen Verantwortung übernehmen können.

Denn letztlich sollte die entscheidende Frage nicht lauten:

Ist diese Person eine Frau oder ein Mann?

Sondern:

Welche Kompetenzen bringt dieser Mensch mit – und wie schaffen wir ein Umfeld, in dem er sein Potenzial entfalten kann?

Connect bedeutet: Austausch ermöglichen

Nach Keynote und Panel war der offizielle Teil des Abends noch lange nicht vorbei.

Beim anschliessenden Apéro blieb in gemütlicher Atmosphäre viel Zeit für Gespräche, Networking und neue Kontakte. Gerade dieser persönliche Austausch machte den Anlass besonders wertvoll.

Marco Denzler im Gespräch mit Fabienne Lorenz.

Denn Veränderung entsteht nicht nur auf Bühnen oder in Strategiedokumenten. Sie entsteht auch in Gesprächen, durch neue Perspektiven und dadurch, dass Menschen miteinander in Verbindung kommen.

Genau dafür steht Connect.

Ein sehr gelungener Abend mit spannenden Inputs, unterschiedlichen Perspektiven und vielen Denkanstössen – und ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Plattformen wie Women and Friends in Tech für unsere Branche sind.

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